Typisch schwäbisch...

Nirgendwo ist die Eigenart des Menschen besser
zu erkennen als in seiner Mundart. Wie gut erkennt
man gerade in der schwäbischen Mundartdichtung,
wie die rauhe Schale des Schwaben sich öffnet und
sein Humor und Mutterwitz, seine Wärme und
Bodenverwachsenheit sich offenbaren.
Siegfried Ruoß
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" Deutsch-französische Dorfidylle."

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Da lacht des Schwaben Herz:
"Gaisburger Marsch!"

Rezept: Kochts Rendfloisch klei gschnidda,
mit Krombierawürfele, handgschabde Spätzle
oder wia uffam Fodo-Knöpfle ,en ra kräfdiga Floischbria,
abgschmälzt mit Budder on Zwiebla
on driebor no Peterle oder Schnittlauch
"an Guada!"
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Über die Herkunft des Namens
gibt es verschiedene Versionen-
wir wollen uns auf das
Wesentliche konzentrieren-
er, der Eintopf, schmeckt: "Saumäßig guat!"
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                          Kloe Dorles Geheimnis

Älles isch em Hof no schdill,
aber kaum daß daga will
on dr Fink vorm Fenschderbridd,
grägeld hod sei Widd-Widd-Widd,
schleichd där herzig Loggakopf,
sich zom Hennaschdall am Schopf
ziahd da Schiaber heimlich auf,
ond schreid ibers Schdiagle nauf:
Glugg,Glugg,glugg, gagg, gagg, gagg !
Heahner schdandad uff s´ísch Dag,
schdandad auf ond kommad ra,
s´Dorle muaß eich äbbis sa,
nix von Witz ond nix von Meis
noi ganz äbbes Nagelneis.

Dengad no-schdill Goggel, horch-
komma isch heit Nachd dr Schdorch,
hod -nadirlich hälenga-
mit viel viel Empfählenga,
für mi brochd zom Müaderle,
so-n-a gloes, gloes Brüaderle,
Ond s´wurd äbba z`ällernägschd,
von dr Lis ens Kisse pfädschd.
Ach, sei dem i han des gsäh,
gfällt mei Dogg mir gar net meh.
Ärmle hods ond Händle, oh !
gwiß ned greeßer, als a so,
ond a Gsichdle, rauf ond ra,
wonderliablich, ned zom sa.
Schwädza duads mit nämerds no,
aber doch ka´s greina scho._
Sonschd woiß i fir heid nix meh,
ond muaß juschd au wieder geh.
Doch, om was i bidd, send schdill,
weil da Bua ezzd schlofa will,
ond vor ällem grädschd ned aus,
weils no nämerd woiß em Haus,
als dr Vaddr, d`Lis ond i,
ond i bhalds`s ganz gwiß fir mi.
Aber weils`s mi gar so gfraid,
griagad ihr mei Weggle heid.

Quelle: Schwäbische Kinderverse
gesammelt von Siegfried Ruoß

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Die Laugenbrezel
Des Schwaben Klugheit ist kein Rätsel,
die Lösung heißt: Die Laugenbrezel!
Schon trocken, gibt dem Hirn sie Kraft,
mit Butter wirkt sie fabelhaft.
Erleuchtet mit der Weisheit Fackel,
den Verstand vom größten Dackel.
Manfred Rommel

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Württembergische Hirschstangen
im Elsaß...

In Riquewihr im Elsaß sind die württembergischen
Hirschstangen im Ortswappen und überall an den
Häusern und Brunnen zu finden. Denn Riquewihr war
Jahrhunderte lang württembergisch (Reichenweier)-von 1324 bis 1792.
Das Stadtwappen ziert heute noch die Weinetiketten eines bekannten Weinhändlers der Stadt.
Quelle:Historische Streifzüge in Schwaben von Jürgen Kaiser

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Schinken und Schinken ist zweierlei
von Karl Napf
In der schweren Zeit nach dem Krieg, die die meisten nur noch vom Hörensagen kennen, fuhr ein Bauer mit der Gäubahn von Eutingen nach Stuttgart und packte während der Fahrt einen Schwarzwälder Schinken aus, den er zu Streifen schnitt und mit etwas Brot genüsslich verzehrte. Dazu nahm er immer wieder einen Schluck Zwetschgenwasser. Er demonstrierte seine Zufriedenheit und sagte zu einem gegenübersitzenden, recht halbseiden wirkenden Fräulein:
"Mor tät´s net, wenn mor´s net hätt." Doch diese packte zu seinem Erstaunen ebenfalls ein ordentliches Stück Schwarzwälder Geräuchertes aus, blickt ihn vielsagend an und meinte:
"Mor hätt´s net, wenn mor´s net tät."
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Zammahocka

Hälenga zámmahocka = Heimlich zusammensitzen !

Die Wirtshausfenster leuchten verlockend,
besonders an dunklen Winterabenden.
Das zieht auch die Schwaben hinein in die
Gaststube. Geschickt dabei, dass durch die
hier in der Regel farbigen Scheiben keiner
von außen so genau erkennt, wer drinnen
sitzt ! Nicht, dass man sich angesichts des
sprichwörtlichen Fleißes den abendlichen
Wirtshausbesuch nicht verdient hätte. Doch
braucht es ja nicht jeder gleich zu wissen.

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Ein Mann hatte gebeichtet. Nachdem er mancherlei Sünden getreulich bekannt und bereut hatte, hielt der bußfertige Sünder plötzlich inne und wollte nicht mehr weitersprechen. Auf die Frage des Beichtvaters,ob ihm denn noch etwas auf dem Herzen liege, habe der Mann gesagt, ja, eines  drücke ihn noch, aber er schäme sich, es zu sagen. Der Beichtvater meinte, so schlimm werde es schon nicht sein und jener möge doch sein Gewissen entlasten und bekennen.
Hierauf der Mann: "Ich bekenne, daß ich ein Schwabe bin." Da habe ihn, so heißt es, der Beichtvater getröstet und gesagt: "Nun, Sünde ist das zwar keine, aber schön ist´s freilich auch nicht."
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Zitat aus dem BUch: "Auch Schwaben sind Menschen" von A.Weitnauer.
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         Putzutensilien für die "Schwäbische Kehrwoche."

Gesehen im Museum für Alltagskultur in Waldenbuch

Gesehen im Museum für Alltagskultur in Waldenbuch